HANDWERK AUS SAMARKAND

Das Dorf Konigil und die Papiermühle Meros

Zwanzig Minuten von Samarkand, an einem schattigen Flussufer, schöpfen Handwerker noch heute Papier aus Maulbeerrinde – so wie Samarkand es jahrhundertelang entlang der Seidenstraße tat.

Die Papierwerkstatt Meros

Die Papierwerkstatt Meros

  • Gegründet 1996
  • Maulbeerrinde, keine Chemie
  • Jeder Schritt sichtbar

1996 machten sich die Brüder Zarif und Islam Muchtarow daran, das Samarkand-Papier zurückzubringen, ein Handwerk, das seit Generationen ausgestorben war. Ihre Werkstatt in Konigil arbeitet nach alter Art: Junge Maulbeerzweige werden entrindet, die innere Schicht wird eingeweicht und gekocht, von Holzhämmern zu Brei geschlagen, dann Blatt für Blatt geschöpft, gepresst, getrocknet und mit einem Stein glatt poliert. Sie sehen jeden Schritt, und die Meister erklären ihn gern.

Das Wasserrad und der Fluss

Das Wasserrad und der Fluss

  • Wassergetriebene Hämmer
  • Schattiger Garten
  • Teestube am Fluss

Die Werkstatt läuft mit Flusskraft: Ein hölzernes Wasserrad, das Tscharchpalak, treibt die schweren Hämmer an, die die Rinde schlagen, genau wie vor Jahrhunderten. Ringsum liegt ein schattiger Garten mit hohen Bäumen und Kanälen mit fließendem Wasser, kleinen Brücken, einer Teestube am Fluss und Bänken im Schatten – kühl und grün selbst im Hochsommer.

Handwerk, Brot und ein Laden

Handwerk, Brot und ein Laden

  • Brot aus dem Lehmofen
  • Keramik und Textilien
  • Souvenirs aus Papier

Konigil ist mehr als Papier. Auf dem Gelände sehen Sie, wie Brot und Gebäck aus einem Lehmofen kommen, stöbern zwischen Keramik und Textilien und besuchen den Laden, in dem das Papier zu Notizbüchern, Postkarten, Taschen, Puppen und sogar Kleidern wird. Eines der wenigen Souvenirs aus Usbekistan, das wirklich ein paar Meter von dort entsteht, wo Sie es kaufen.

Die Geschichte des Samarkand-Papiers

  • Eine Erfindung der SeidenstraßeSamarkand war ab etwa dem 8. Jahrhundert einer der ersten Orte außerhalb Chinas, an denen Papier hergestellt wurde. Der Überlieferung nach kam das Geheimnis mit chinesischen Papiermachern, die nach der Schlacht am Talas 751 gefangen genommen wurden; Historiker streiten noch, wie viel an dieser Geschichte stimmt. Jedenfalls wurde Samarkand-Papier in der ganzen islamischen Welt berühmt und war jahrhundertelang für Handschriften und Bücher begehrt, bis Fabrikpapier es verdrängte.
  • Warum es so lange hältDas Papier wird nur aus natürlichen Materialien hergestellt und nie gebleicht, was ihm seinen warmen, leicht gelblichen Ton gibt. Es ist fest und sehr langlebig – weit haltbarer als gewöhnliches Papier –, weshalb es heute nicht nur für Souvenirs, sondern auch zur Restaurierung alter Handschriften verwendet wird.
  • Ein lebendiges DorfKonigil liegt am Fluss Siab zwischen Obstgärten und alten Bäumen, etwa 13 km vom Zentrum Samarkands. Neben der Papiermühle entwickelt sich das Dorf zu einem Zentrum für traditionelles Handwerk – ein angenehmer, gemächlicher Kontrast zu den belebten Monumenten der Stadt.

Bevor Sie fahren

  • AnreiseKonigil liegt etwa 13 km von Samarkand – rund zwanzig Minuten mit dem Auto. Es lässt sich gut mit der Anlage des Imam al-Buchari verbinden, etwa vierzig Minuten weiter, zu einem Halbtagesausflug aus der Stadt.
  • ZeitbedarfEine bis anderthalb Stunden genügen für Werkstatt, Garten und Laden. Mit Imam al-Buchari planen Sie etwa fünf Stunden ab Samarkand und zurück.
  • Beste ReisezeitDie Werkstatt arbeitet tagsüber, kommen Sie also vormittags oder am frühen Nachmittag. Der schattige Garten macht den Besuch auch an heißen Sommertagen angenehm.
  • Mittagessen und EinkaufDie Teestube am Fluss ist gut für einen Tee oder einen Teller Plov (separat zu bezahlen). Nehmen Sie etwas Bargeld für den Laden mit – die Notizbücher und Postkarten aus Papier sind leichte, ungewöhnliche Geschenke.

Dorf Konigil & Imam al-Buchari Tour

Die Papiermühle in Konigil, dann die große Gedenkstätte des Imam al-Buchari – ein halber Tag mit professionellem Guide, privatem Auto und Abholung vom Hotel. Eintritt in die Papiermühle inklusive. Ab 31 € pro Person.

Zur Tour

Weiter zu Imam al-Buchari

Vierzig Minuten von Konigil: das Mausoleum des großen Hadith-Gelehrten und die riesige neue Anlage, die 2026 darum herum eröffnet wurde.

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